Terminvergabe: +49 (0) 7223-800250   Kontakt   Kontaktformular

Was ist Röntgen?

Konventionelles Röntgen beziehungsweise Radiographie ist eine Aufnahmetechnik, in der 2D-Bilder/Projektionsansichten der interessierenden Körperregionen aufgenommen werden. Der Patient wird zwischen Röntgenapparat und Detektor positioniert. Röntgenstrahlen werden mit einer Röntgenröhre erzeugt, durchdringen den Patienten und werden von unterschiedlichen Gewebetypen je nach Dichte des Gewebes unterschiedlich stark abgeschwächt. Bei dichteren Strukturen wird der Strahl stärker abgeschwächt, das Röntgenbild ist heller oder weißer (Knochen). Wo der Strahl weniger abgeschwächt wird, ist das Bild dunkler oder bei Luft sogar schwarz (Lunge).

Wann wurde Röntgenstrahlung entdeckt?

Wilhelm Conrad Röntgen hat 1895 die Wirkungsweise von Röntgenstrahlen entdeckt und erstmals angewandt. Er erhielt für diese Entdeckung 1901 den ersten Nobelpreis für Physik.

Wie unterscheiden sich Röntgenstrahlen von anderer elektromagnetischer Strahlung?

Sie haben höhere Energie, höhere Frequenzen und kürzere Wellenlängen als UV-Licht, IR-Licht, Radiowellen oder das sichtbare Licht.

Welche grundlegend unterschiedlich dichten Stoffe können im Röntgen unterschieden werden?

Luft - schwarz, Fett - dunkelgrau, Weichteile - mittel- bis hellgrau, Knochen - weiß, Metall - strahlenundurchlässig.

Was ist eine Röntgenröhre?

Eine Röntgenröhre ist ein umschlossenes Gefäß, ursprünglich eine Glasröhre, daher auch die Abkürzung Röhre, mit Elektroden in einem Vakuum darin. Durch Anlegen einer elektrischen Hochspannung werden Elektronen aus der negativ geladenen Kathode freigesetzt und von der positiven Anode angezogen und dadurch beschleunigt. Durch den Aufprall der Elektroden auf der Anode werden energiereiche Strahlen, unter anderem die charakteristische Röntgenstrahlung gebildet. Diese wird gebündelt, umgelenkt und auf das zu röntgende Objekt appliziert, das durch die Röntgenstrahlen je nach Gewebedichte (siehe oben) unterschiedlich stark durchdrungen wird und somit dahinter eine unterschiedlich starke Schwärzung eines Röntgenfilms erzeugt.

Analoges Röntgen mit Röntgenfilmen wurde zwischenzeitlich durch digitales Röntgen mit Direktradiographiesystemen oder Speicherfoliensystemen ersetzt. Digitales Röntgen ist nur im Zusammenspiel mit einem Radiologieinformationssystem (RIS) und einem digitalen Bildarchivierungssystem (PACS) sinnvoll. Diese Systeme werden entsprechend auch in unseren Praxen seit bereits mehreren Jahren angewandt.

Was unterscheidet die Mammographie von den üblichen Röntgenaufnahmen?

Zur Verringerung der Strahlenbelastung und zur Steigerung der Detaildarstellung wird die Brust zur Untersuchung gepresst, also komprimiert. Zur Steigerung des Kontrastes wird mit geringerer Röhrenspannung gearbeitet.

Was ist Durchleuchtung?

Durchleuchtung ist ebenfalls eine 2D-oder Projektionstechnik, bei der gepulste Bildfolgen (zum Beispiel zwei Bilder pro Sekunde) aufgenommen werden. So lassen sich Bewegungsabläufe darstellen.

Welche Anwendungen hierfür gibt es?

Gefäßdarstellungen von Arterien und Venen, Darstellung des Schluckaktes und die Bewegung des Speisebreis durch die Speiseröhre in den Magen. Dünndarm- und Dickdarmuntersuchungen sind heutzutage neben der Endoskopie überwiegend Aufgabe der Computertomographie oder der Kernspintomographie.

Wie werden die Blutgefäße beziehungsweise die Speiseröhre sichtbar gemacht?

Da Blutgefäße, der Kehlkopf und die Speiseröhre mit Röntgenstrahlen schlecht von der Umgebung zu unterscheiden sind, wird Kontrastmittel verwendet. Die Arterien oder Venen werden mit jodhaltigen Kontrastmitteln dargestellt. Jod schwächt Röntgenstrahlen ab. Jodhaltige Flüssigkeit wird in das Blutgefäß eingespritzt, vermischt sich mit dem fließenden Blut, sodass Bilder des durchflossenen Blutgefäßsystems entstehen. Für die Untersuchung des Schluckaktes bekommt man zähflüssige, bariumhaltige, dadurch ebenfalls röntgendichte Flüssigkeit zu trinken, die nach dem Schlucken über den Rachen und die Speiseröhre in den Magen transportiert wird und diese somit ebenfalls sichtbar werden.

Ablauf des Röntgens

Wir führen Roentgenaufnahmen des gesamten Skeletts, der Lunge, des Bauchraumes durch. Roentgenaufnahmen werden im Sitzen, Stehen oder Liegen durchgeführt. Der Körperabschnitt, der zu röntgen ist, muss entkleidet sein. Primäre Geschlechtsorgane werden bei den meisten Aufnahmen mittels Bleiabdeckung geschützt. Die Vorbereitung zur Roentgenaufnahme dauern nur wenige Minuten, die Aufnahme selbst Sekunden.

Die Durchleuchtung spielt aktuell nur noch für die Untersuchung des Kehlkopfes und der Speiseröhre ein Rolle. Ablauf wie beim Roentgen, es werden allerdings Bilderserien angefertigt, auf denen der Bewegungsablauf der Speiseröhre sichtbar wird, während der Patient sämiges Kontrastmittel schluckt.