| Wirkung von Röntgenstrahlen
Konventionelles Röntgen: Sämtliche gängigen
Röntgenaufnahmen von Skelett, Lunge etc.
Ausscheidungsurographie (Nierenuntersuchung)
Biologische
Wirkungen von Röntgenstrahlen
Röntgenstrahlen können in seltenen
Fällen Schäden im Körper herbeiführen. Obwohl
der menschliche Körper von Natur aus schon täglich Röntgenstrahlen
ausgesetzt ist, verlangt man deshalb, daß jede Röntgenanwendung
in der Medizin ärztlich begründet ist.
Dabei gilt: Der Patient soll von der Anwendung der Röntgenstrahlen
mehr Nutzen haben als ihm möglicherweise Schaden zugeführt
wird. Besonders strenge Regeln gelten hierbei für Kinder und
Schwangere.
Bei der Bewertung des Risikos durch Strahlung sollte man immer auch
an den Nutzen durch die Anwendung in der Medizin denken. Viele Erkrankungen
können nur oder besonders früh durch Röntgenuntersuchungen
entdeckt werden. Oft genug wird dadurch die Therapie ernster Erkrankungen
verbessert oder erst möglich gemacht. Haben sie Fragen zu den
Vorteilen und Nachteilen von Röntgenstrahlen, scheuen Sie sich
nicht, Ihren behandelnden Arzt oder den Radiologen zu fragen.
Für alle die es genauer wissen wollen hier einige Informationen
zu den Wirkungen von Röntgenstrahlen:
Röntgenstrahlen sind ionisierende elektromagnetische Strahlen.
Das heißt sie besitzen genügend Energie um mit menschlichem
Gewebe in Wechselwirkung zu treten. Man unterscheidet drei wesentliche
Arten der Wechselwirkung:
Physikalische Wechselwirkungen
Direkt nach der Strahlenabsorption entstehen angeregte oder ionisierte
Moleküle. Diese so veränderten Moleküle sind instabil
und reagieren leicht mit anderen Molekülen innerhalb der Zelle.
Chemische Wechselwirkungen
Die angeregten Moleküle gehen Reaktionen mit anderen Körpermolekülen
ein und können so zu chemischen Veränderungen führen.
In der Regel sind diese Veränderungen entweder umkehrbar oder
für die Zellfunktion unkritisch, da z.B. zerstörte Moleküle
durch neue ersetzt werden können. Kritisch sind vor allem Zerstörungen
der DNA (Desoxyribonukleinsäure), die die Erbinformationen
der Zelle enthält.
Biologische Wechselwirkungen
Zerstörungen im Erbgut (DNA) werden in der Regel durch Reperaturmechanismus
behoben. Der menschliche Körper ist täglich einer elektromagnetische
Strahlung aus dem Weltraum (z.B. Anteilen des Sonnenlichtes) und
aus der Erde (z.B. aus dem radioaktiven Zerfall natürlicher
Isotope) ausgesetzt. Die dabei entstehenden Schäden werden
durch den Körper repariert. Zufällig kann ein Schaden
aber derart sein, daß eine Reperatur nicht mehr möglich
ist. Wenn von solchen Veränderungen wichtige Gene betroffen
sind, können biologische Schäden entstehen.
Durch sehr hohe Dosen von Röntgenstrahlen kann
das betroffene Gewebe sofort zerstört werden. Solche Dosen
werden in der diagnostischen Radiologie aber selbstverständlich
nicht verwendet. Das wirkliche Problem stellen die seltenen, zufälligen
Schädigungen der Erbsubstanz dar, die beim Erwachsenen im schlimmsten
Fall Krebs auslösen oder bei Kindern zu Erbschäden führen
können, wenn Schwangere oder Eizellen bzw. Samenzellen betroffen
sind. Das Problem betrifft auch eher die beruflich mit Röntgenstrahlung
arbeitenden Menschen als den normalen Patienten. Die Häufigkeit
solcher Schädigungen ist leider nur sehr schwer anzugeben.
Dies deshalb, weil viele Schäden erst nach Jahren oder Jahrzehnten
auftreten und dann nicht zwischen den Schäden durch natürliche
oder medizinische Röntgenstrahlen unterschieden werden kann.
Man weiß, daß die Strahlenbelastung durch natürliche
Strahlenquellen höher ist als die durch medizinische Anwendungen
(natürlich etwa 2,4 mSv/Jahr und medizinisch etwa 2 mSv/Jahr).
Hinzu kommt, daß die Strahlenbelastung für die verschiedenen
Röntgenverfahren sehr unterschiedlich sind. Verfahren mit geringer
Strahlenbelastung sind z.B. das Röntgen der Lunge, des Kopfes
oder von Armen und Beinen. Schätzt man die negativen Effekte
der Röntgenstrahlung ab, kann man sagen daß durch die
Röntgendiagnostik von 100.000 Menschen mit etwa 5 Todesfällen
durch Krebs zu rechnen ist (Quelle: Streffer C: Wirkungen niedriger
Strahlendosen. In: Strahlenschutz und Sicherheit in der Radiologie.
Schnetztor-Verlag GmbH, Konstanz, 1991). Natürlich muß
man demgegenüber sehen, wie vielen Menschen durch die Anwendung
der Röntgenstrahlungen das Leben gerettet wird. Hierzu kennen
wir keine genauen Zahlen, es sind aber mit Sicherheit wesentlich
mehr als 5 Menschen pro 100.000 Patienten! Aus diesem Grund ist
die Anwendung von Röntgenstrahlen in der Medizin generell sinnvoll
und notwendig.
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